SPI - Schweizerisches Pastoralsoziologisches Institut
Verabschiedung von Dr. Michael Krüggeler – Despedida
Dr. Michael Krüggeler wurde im Anschluss an eine wissenschaftliche Tagung nach fast einem Vierteljahrhundert der Mitarbeit im SPI (1986–2010) verabschiedet.

Weggefährten, Freunde und Freundinnen, Kolleginnen und Kollegen aus der wissenschaftlichen und kirchlichen Arbeit von Michael Krüggeler haben ein letztes Mal von seinen Forschungsarbeiten im Bereich der Religionssoziologie erfahren können. Zusammen mit Mallory Schneuwly-Purdie (Lausanne) und Thomas Englberger (St. Gallen) präsentierte er Ergebnisse aus der laufenden Forschung im Rahmen des Schweizer Nationalfondsprogramms 58 („Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft“).
Am Nachmittag wurde er dann in einem grossen Kreis offiziell verabschiedet. Franz Kreissl (für den Verwaltungsrat des SPI), Daniel Kosch (für die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz) und Arnd Bünker (Leiter des SPI) dankten Michael Krüggeler für sein langjähriges wissenschaftliches und kirchliches Engagement. Er hat mit seiner wissenschaftlichen Arbeit das SPI in grossem Masse geprägt, an zentralen religionssoziologischen Arbeiten über die Schweiz mitgewirkt und im Bereich der Pastoralplanung wichtige Akzente gesetzt.
Für seinen neuen Lebensabschnitt in Brasilien – Despedida ist das portugiesische Wort für Abschied – wünschen wir Michael Krüggeler alles Gute. Neuerscheinung: Berufsbild Pfarreisekretärin, Pfarreisekretär
Soeben ist das neue Berufsbild Pfarreisekretärin, Pfarreisekretär erschienen. Es richtet sich an PfarreisekretärInnen, MitarbeiterInnen im Pfarreisekretariat sowie an Leitungsverantwortliche einer Pfarrei bzw. anderssprachigen Mission und an Anstellungsinstanzen (z.B. Exekutiven der Kirchgemeinden). Die Hinweise und Empfehlungen zur beruflichen Praxis sollen aufzeigen:
- welche Schwerpunkte der Beruf hat
- welche Aufgaben und Kompetenzen mit der Berufsausübung verbunden sind
- über welche Voraussetzungen (gewährleistet durch Aus- und Fortbildung) jemand verfügen muss, damit er/sie diesem Beruf gerecht wird.
Das Berufsbild für Pfarreisekretärinnen und Pfarreisekretäre ist in Zusammenarbeit von Bistumsleitung der Diözese Basel, dem Verein der Pfarreisekretärinnen des Bistums Basel und der Pastoralplanungskommission der Schweizer Bischofskonferenz entstanden. Das Berufsbild ist im Wesentlichen für die Situation in der Deutschschweiz ausgearbeitet worden.
Das Berufsbild kann über die Geschäftsstelle der PPK im Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut (SPI) in St. Gallen bezogen werden.
Nähere Informationen 

Schlussbericht des Forschungsprojekts "Religion und Öffentlichkeit
Wie bringen Religionsgemeinschaften ihre Überzeugungen in die gesellschaftlichen und politischen Diskussionen ein? Welchen Beitrag leisten sie damit zu öffentlichen Debatten? Das waren die zentralen Fragen der Studie "Religion und Öffentlichkeit", die das SPI in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Religionswissenschaft der Universität Fribourg und dem Institut für Politikwissenschaftder Universität Bern im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 58 „Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft“ des Schweizerischen Nationalfonds durchgeführt hat.
Das Forschungsprojekt untersuchte die Rolle der Religionsgemeinschaften in der Schweizer Zivilgesellschaft am Beispiel ihrer Beteiligung an Volksabstimmungen zu wichtigen gesellschaftspolitischen Debatten wie der Liberalisierung der Abtreibungsgesetzgebung, der Debatten um die Asyl- und Ausländergesetzgebung sowie zum Verhältnis Kirche und Staat.
Die Studie zeigt, dass sich die Religionsgemeinschaften ungeachtet der Säkularisierungstendenzen sehr aktiv an den politischen Meinungsbildungsprozessen beteiligen. Sie stossen auf Gegeninteresse bei den Medien und werden von den Bundesbehörden in Vernehmlassungsverfahren angefragt. Die Religionsgemeinschaften besetzen damit nicht nur das Feld der "Religion", sondern in ihrer Selbstbeschreibung auch das Feld der "Ethik".
Insbesondere die beiden christlichen Kirchen positionieren sich - vertreten durch verschiedene kircheninterne Akteure mit teilweise konträren Auffassungen - als zivilgesellschaftliche Akteure, die im Untersuchungszeitraum der letzten 30 Jahre regelmässig und unverändert Stellungnahmen abgeben. Sie pflegen einen Sprachstil, der den demokratischen Gepflogenheiten entspricht und argumentieren nicht nur innerhalb eines religiösen Bezugsrahmens.
Schlussbericht:  Neuerscheinung: Gerechtigkeit und Pfingsten
Am 7. Mai 2010 wurde an der Universität Münster von Arnd Bünker, Leiter des SPI, das Buch
Gerechtigkeit und Pfingsten. Viele Christentümer und die Aufgabe einer Missionswissenschaft
vorgestellt. Es befasst sich u. a. mit theologischen und pastoralen Konsequenzen einer "enteuropäisierten europäischen Christenheit". Als Festschrift für Prof. Dr. Giancarlo Collet ist es einem Theologen aus der Schweiz gewidmet, der die deutschsprachige katholische Missionswissenschaft in den letzten Jahrzehnten massgeblich geprägt hat.

Zum Inhalt
Globalisierung und Migration schaffen Nähe und Herausforderungen. Christentümer aus verschiedenen Weltteilen treffen vor allem in den Grossstädten aufeinander. Mit dieser "Enteuropäisierung europäischer Christenheit" (Giancarlo Collet) entsteht eine spannungsvolle Mischung aus christlichen Gemeinschaften, Konfessionen und Kirchen, Mentalitäten und Sprechweisen.
Angesichts dieser Vielfalt ist es wichtig, das eine christliche Bekenntnis zum Evangelium und die gemeinsame Hoffnung auf Leben und Heil für alle Menschen nicht aus den Augen zu verlieren. „Gerechtigkeit“ und „Pfingsten“ sind zentrale Begriffe, um christliche Identitäten zu beschreiben. Sie sind Anknüpfungspunkte, um voneinander und miteinander im ökumenischen Gespräch zu lernen.
Bünker Arnd, Mundanjohl Eva, Weckel Ludger, Suermann Thomas (Hg.): Gerechtigkeit und Pfingsten. Viele Christentümer und die Aufgabe einer Missionswissenschaft, Ostfildern, Grünewaldverlag, 2010, 268 Seiten. Rückschau auf die Frühlingsplenarversammlung 2010 der PPK in Luzern
Die PPK hat sich an ihrer Frühlingsplenarversammlung vom 20./21. April 2010 im Priesterseminar St. Beat in Luzern schwerpunktmässig mit dem gesellschaftlichen Wandel befasst, der in den letzten Jahrzehnten in der Bestattungskultur, Trauerarbeit und beim Totengedenken stattgefunden hat. Die Schweizer Bischofskonferenz hat der PPK den Auftrag erteilt, eine pastoralen Handreichung zu erstellen, die wesentliche Momente eines menschenwürdigen Umgangs mit Tod, Bestattung und Totengedenken aus christlicher Sicht aufgreift und pastorale Anregungen für die Begleitung von Trauernden erarbeitet.
Zum Einstieg in dieses Thema konnten zwei Fachleute für Referate gewonnen werden: Yannis Pappadaniel (Forschungsassistent am Institut des Sciences sociales der Universität Lausanne) und Hubertus Lutterbach (Professor für Christentums- und Kirchengeschichte an der Universität Duisburg-Essen). Beide Referenten haben sich in ihrer Forschungstätigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven mit Tod, Bestattung und Totengedenken auseinandergesetzt. Am Abend stattete die PPK dem Bestattungsinstitut Rudolf Egli AG in der Altstadt von Luzern einen Besuch ab.

Besuch der PPK im Bestattungsinstitut Rudolf Egli AG in Luzern
Neuerscheinung "Restrukturierung der (Pfarrei-)Seelsorge in den Schweizer Diözesen"
Soeben ist der Bericht der Pastoralplanungskommission (PPK) zur „Restrukturierung der (Pfarrei-)Seelsorge in den Schweizer Diözesen. Bestandesaufnahme und pastorale Perspektiven“ in deutscher und französischer Sprache erschienen. Er kann über die Geschäftsstelle der PPK im Schweizerischen Pastoralsoziologischen Institut (SPI) in St. Gallen bezogen werden.
Nähere Informationen: 
Arbeitsgruppe 42 "Pfarreien und Bewegungen"
Mit dem Auftreten von neuen kirchlichen Bewegungen und Gemeinschaften in der katholischen Kirche kommt es oftmals zu Konflikten und Auseinandersetzungen zwischen diesen und den alteingesessenen Pfarreien. Die Arbeitsgruppe 42 hatte den Auftrag, dieses Feld von Fremdheit, Unkenntnis und Missverständnissen näher in Augenschein zu nehmen. Die AG 42 unterbreitete Vorschläge, wie Pfarreien und Bewegungen sich besser kennen lernen und verständigen und wie Konflikte zwischen ihnen gelöst werden können. Sie möchte dadurch zu einem versöhnlichen Umgang zwischen diesen beiden pastoralen Einheiten beitragen.
Broschüre „Pfarreien und Neue Kirchliche Bewegungen. Eine gegenseitige Bereicherung“ 
Neue Online-Veröffentlichung: Lebensstil, Religiosität und Ritualbedürfnis in jungen Familien
Dr. Alfred Dubach, langjähriger Leiter des SPI, veröffentlicht den Forschungsbericht „Lebensstil, Religiosität und Ritualbedürfnis in jungen Familien“ als Online-Publikation. Der Bericht entstand im Rahmen einer Untersuchung im Nationalfondsprojekt 52 in Kooperation des SPI mit dem Institut für praktische Theologie der Universität Bern.
Den Bericht im pdf-Format finden Sie hier: 
Zum Inhalt
Auch wenn sich nur noch ein kleiner Teil der Deutschschweizer Familien als religiös versteht, ist Religion, insbesondere der Rückgriff auf Rituale, gerade bei Umbrüchen in Lebensläufen und bei biographischen Krisen sehr gefragt. Somit wird Religion in bestimmten Situationen gewissermassen „aktiviert“, während sie sonst in den Hintergrund tritt.
Alfred Dubach zeigt, dass diese hintergründige Religiosität weitgehend als Bestandteil „sozialisierter Verstehensmuster“ gesehen werden kann. Damit widerlegt er gängige Thesen einer Art „Supermarkt-Religion“, die davon ausgeht, dass sich die Menschen ihre Religion quasi beliebig und voraussetzungsfrei wählen würden. Vielmehr bestimmen soziokulturelle Lebensumstände, Milieuzugehörigkeit, ästhetische Konventionen… auch religiöse Formen und prägen die Art und Weise, wie Familien z.B. kirchliche Angebote aufgreifen und annehmen.
Für die Kirche heisst dies, in der Ausübung ihrer Ritualpraxis zum einen den biografisch rhythmisierten „Religionsbedarf“ zu berücksichtigen und zum anderen die spezifischen Ansprüche an die jeweiligen Ausdrucksformen der Rituale.
Neuerscheinung: Konfessioneller Religionsunterricht in multireligiöser Gesellschaft
In der SPI-Reihe „Beiträge zur Pastoralsoziologie“ ist Band 13 neu erschienen.
Monika Jakobs, Ulrich Riegel, Dominik Helbling, Thomas Englberger: Konfessioneller Religionsunterricht in multireligiöser Gesellschaft. Eine empirische Studie für die deutschsprachige Schweiz, Zürich 2009.

Zum Inhalt
Die vorliegende Untersuchung präsentiert die Ergebnisse einer empirisch-explorativen Untersuchung zu Unterrichtskonzepten von mehr als 800 Religionslehrpersonen in der Deutschschweiz. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Religionsunterricht in einer Gesellschaft stattfindet, die durch religiöse Vielfalt geprägt ist. Wie beurteilen Lehrerinnen und Lehrer, die einen konfessionellen Religionsunterricht anbieten, die religiöse Vielfalt? Welche Rolle spielt sie für ihren Unterricht? Die Ergebnisse zeigen pluralitätsfähige Lehrpersonen, die mit ihrem Unterricht die üblichen Vorbehalte gegenüber kirchlichem Religionsunterricht minimieren.
Für die derzeitige Diskussion liefert die Publikation einen wichtigen Beitrag zur Bedeutung und Form religiöser Bildung in der deutschsprachigen Schweiz. Neben der Untersuchung und der Einordnung der Ergebnisse bietet das Buch einen Überblick über die Entwicklung des Religionsunterrichts in der Schweiz und eröffnet Perspektiven für einen zukunftsfähigen Religionsunterricht.
Neuerscheinung: Religiöse Vielfalt und der Religionsfrieden
In der SPI-Reihe „Beiträge zur Pastoralsoziologie“ ist Band 12 neu erschienen:
Judith Könemann, Adrian Loretan (Hg.): Religiöse Vielfalt und der Religionsfrieden. Herausforderung für die christlichen Kirchen, Zürich 2009.

Zum Inhalt
Lebensverhältnisse in Frieden und Freiheit werden in Zukunft auch in entscheidendem Masse vom friedlichen Agieren der Religionen abhängen – in den Gesellschaften und untereinander. Welche Herausforderungen stellt die zunehmende religiöse Pluralität an die christliche Religion und ihre Kirchen in Westeuropa? Aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen (Religionssoziologie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Theologie) wird in diesem Band den Fragen nach der Modernitätsfähigkeit und der Verortung christlicher Kirchen in unserer modernen Gesellschaft nachgegangen. Dabei spannt sich der Bogen von der Religionspluralität in westeuropäischen Gesellschaften über die Frage nach Gewalt in religiösen Überzeugungen bis hin zu den Anforderungen einer interreligiösen Kompetenz, die als Voraussetzung eines religiösen Friedens immer grössere Bedeutung erlangen wird.
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